Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Lech aus?
Eine aktuelle Bachelorarbeit der Universität Wien in Kooperation mit der KLAR! Außerfern beschäftigt sich mit den klimabedingten Veränderungen des Abflussverhaltens am Lech. In der Arbeit wurde das Einzugsgebiet des Lechs am Pegel Lechaschau analysiert und mit mithilfe des etablierten hydrologischen Modells HBV-Light die Auswirkungen von Temperatur- und Niederschlagsveränderungen auf den Fluss simuliert.
Im Zentrum der Untersuchung standen zwei Klimaszenarien: ein moderates Emissionsszenario (RCP4.5) sowie ein Szenario mit ungebremsten Emissionen (RCP8.5). Für beide Szenarien wurde der Zeitraum 2071 bis 2080 betrachtet. Als Datengrundlage dienten langjährige Messreihen sowie historische Hochwasserereignisse – etwa jene aus den Jahren 1999 und 2005.

Verschiebung der saisonalen Abflüsse
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Veränderung der saisonalen Wasserführung: Während der mittlere Jahresabfluss insgesamt nur leicht variiert, sind insbesondere im Winter und Frühjahr deutlich höhere Abflüsse zu erwarten. Dies erhöht das Risiko für Hochwasserereignisse erheblich. Ereignisse, die bislang statistisch alle 30 Jahre auftreten, könnten künftig im Abstand von fünf bis zehn Jahren vorkommen. Zusätzlich verschiebt sich die Schneeschmelze in frühere Monate, und Extremniederschläge treten häufiger auf – insbesondere im Szenario RCP8.5.
Im Sommer hingegen gehen die Abflüsse spürbar zurück, was zu einer reduzierten Wasserverfügbarkeit führen kann. Davon betroffen sein könnten unter anderem Landwirtschaft, Energieproduktion und Tourismus.
Regionale Anpassung erforderlich
Aus Sicht der Autorin unterstreichen die Ergebnisse die Dringlichkeit regionaler Anpassungsmaßnahmen. „Wasserbewirtschaftung und Hochwasserschutz müssen künftig noch stärker an die zu erwartenden Veränderungen angepasst werden“, so die Studentin.
Die Arbeit liefert damit eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen im Außerfern und darüber hinaus.