Vorstellung der EEG Gemeinde Breitenwang
Gemeinde Breitenwang und KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte informiert Gemeinden über Chancen und Erfahrungen
Die Energiewende genießt in Breitenwang hohe Priorität. Vor einem Jahr wurde die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) Gemeinde Breitenwang gegründet – nun zieht die Gemeinde eine erste positive Bilanz. Im Rahmen einer KEM-Informationsveranstaltung am 25. Februar im Veranstaltungszentrum Breitenwang stellte Vizebürgermeister Markus Obergschwandtner anderen Gemeinden aus dem Bezirk die Entstehung und Entwicklung der EEG Gemeinde Breitenwang vor.

Eine EEG ermöglicht es Bürgern, Gemeinden und Unternehmen, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam Energie zu produzieren, zu speichern und zu verbrauchen. Dadurch wird die lokale Wertschöpfung gestärkt und die Unabhängigkeit von externen Energieversorgern erhöht.
In Breitenwang ist die EEG auf die gemeindeeigenen Gebäude beschränkt. „Wir haben uns bewusst für dieses Modell entschieden, da wir so die Verwaltung möglichst schlank halten und den erzeugten Strom gezielt für den Eigenverbrauch in öffentlichen Einrichtungen nutzen können“, erklärt Obergschwandtner. „Das minimiert den organisatorischen Aufwand und sorgt gleichzeitig für eine hohe Wirtschaftlichkeit.“
Das Modell einer regionalen EEG hat sich in Breitenwang bewährt: „Unsere Investitionen in Photovoltaikanlagen haben sich schneller amortisiert als erwartet – in weniger als sechs Jahren“, berichtet Obergschwandtner. „Die Energiekosten wurden dadurch erheblich reduziert. Ein besonderer Dank gebührt hierbei der EWR AG für die gute Zusammenarbeit.“ Eine weitere Hilfe stellt der Verein zur Förderung von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (VFEEG) sowie das Abrechnungstool EEG-Faktura dar.
Die präsentierten Zahlen können sich sehen lassen: Durch die EEG spart die Gemeinde jährlich Kosten in einer Höhe von über 11.000 Euro, die Gemeindegutsagrargemeinschaft Breitenwang (GGAG) rund 7.000 Euro. „Nach der Amortisation der PV-Anlagen steht das Geld damit zeitnah wieder für neue Investitionen zur Verfügung“, ergänzt Alexander Höfner von der KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte.
Eine der größten Herausforderungen bleibt für Obergschwandtner die optimale Nutzung der erzeugten Energie. Gerade in Zeiten hoher Sonneneinstrahlung entstehen Spitzen in der Erzeugung, die nicht direkt von den Verbrauchern abgenommen werden können. Um diese Herausforderung zu bewältigen, setzt die Gemeinde Breitenwang im ersten Schritt auf die Optimierung der Abnehmerstruktur, im zweiten Schritt sollen Speicherlösungen und die Errichtung eines Trinkwasserkraftwerkes umgesetzt werden.
Die anwesenden Gemeinden zeigten großes Interesse an der Umsetzung einer EEG auf Gemeindeebene. „Die EEG Gemeinde Breitenwang zeigt, wie eine Gemeinde aktiv zur Energiewende beitragen kann. Die Veranstaltung soll weitere Gemeinden ermutigen, sich mit dem Thema EEG zu befassen“, schließt Höfner.