Obstbau in Zeiten des Klimawandels
Passend zum Tag des Apfels am 08. November war die KLAR! Außerfern beim Obst- und Gartenbauverein Reutte eingeladen einen Vortrag zum Thema Obstbau und Klimawandel zu halten. Den Inhalt der Präsentation fassen wir im Folgenden kurz zusammen.
Klimaprognose für den Zeitraum von 2041 bis 2070
Die Zahl heißer Tage über 25 °C wird zunehmen, besonders in den Tälern wird es heißer und Schattenplätze werden wichtiger. Die Vegetationszeit verlängert sich um etwa vier Wochen, was mehr Pollen und bessere Bedingungen für Schädlinge mit sich bringt. Gleichzeitig werden stärkere Regenfälle erwartet, was das Risiko für Muren und Überschwemmungen erhöht. Unter 1500 Metern wird es zudem deutlich weniger Naturschneetage geben, was sich negativ auf den Wintersport auswirkt. Mehr Informationen zur Klimaprognose gibt es hier.
Auswirkungen auf den Obstbau
Der Obstbau steht durch den Klimawandel vor neuen Herausforderungen: Die Vegetationsperiode verlängert sich, aber Trockenperioden nehmen zu, und das Risiko für Spätfrost steigt. Auch der Schädlingsdruck wird stärker, was eine gezielte Pflege erfordert. Eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung wird wichtiger, um Erosion durch Starkniederschläge zu verhindern. Grundsätzlich kann durch wärmere Temperaturen davon ausgegangen werden, dass im Außerfern zukünftig Sorten wachsen, denen es bisher zu kalt war. Dazu gehören beispielsweise Melonen oder Weintrauben.
Bei der Sortenwahl sind spätblühende, frosttolerante Sorten, die widerstandsfähig gegen Hitze und Dürre sind besonders zu empfehlen. Als Apfelsorten eignen sich unter anderem Goldrush, Topaz, Florina, Santana oder Reanda. Grundsätzlich ist Kernobst wie Äpfel oder Birnen weniger sensibel für Spätfrost als Steinobst.
Klimaanpassung im eigenen Garten
Wie kann Klimaanpassung im eigenen Garten funktionieren? Der Naturschutzbund Deutschland e. V. nennt 10 Gestaltungsmöglichkeiten zur Klimaanpassung im eigenen Garten:
- Begrünung verbessert das Mikroklima und speichert Regenwasser
- Bäume spenden Schatten, kühlen die Umgebung und belüften den Boden
- Regenwasser auffangen und Trinkwasser sparen
- Entsiegelung zur Reduktion des Oberflächenabfluss
- Wiesen schützen den Boden vor Erosion
- Vielfalt senkt das Ausfallrisiko
- Hügel und Senken bremsen den Wind und schützen vor Ausdrocknung
- Sträucher halten den Wind ab und bieten Insekten und Vögeln Platz
- Teich als Trinkstelle für Insekten und Kühlelement für die Umgebung
- Zonen um verschiedene Sorten zu kombinieren
